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Online-Fachreihe für Paar- und Sexualtherapeut:innen

Paartherapie ist nicht neutral

Wie du Macht, Geschlecht und strukturelle Ungleichheit erkennst und Paare wirklich differenziert begleitest

Du willst beiden Personen gerecht werden. Doch was passiert, wenn eine Person mehr Care-Arbeit übernimmt, häufiger zurücksteckt, die Beziehung emotional organisiert oder unter sexuellem Druck steht – und diese Ungleichheit in der Therapie zu einem vermeintlich gemeinsamen Kommunikationsproblem wird?

Lerne, gesellschaftliche Machtverhältnisse in Paarbeziehungen fachlich einzuordnen, ohne Menschen auf Geschlecht zu reduzieren. Entwickle eine klare therapeutische Haltung und Interventionen, die Verantwortung sichtbar machen, statt bestehende Ungleichheit zu neutralisieren.

10 Live-Termine · 24 Live-Stunden · 5–6 Monate · online via Zoom

Kennst du das aus deiner Praxis?

Ein Paar streitet ständig über den Haushalt. Eine Person plant, erinnert, organisiert und trägt die Verantwortung. Die andere sagt, sie müsse einfach klarer sagen, was zu tun sei.

Eine Person hat keine Lust mehr auf Sex. Im Gespräch wird daraus schnell ein Näheproblem des Paares, obwohl sie seit Monaten erschöpft ist, sich unter Druck fühlt und im Alltag kaum Raum für sich hat.

Eine Person unterbricht, wird laut oder entzieht sich. Die andere erklärt ruhig, versucht zu vermitteln und übernimmt schließlich auch in der Sitzung die Verantwortung für die Beziehung.

Du willst nicht vorschnell Partei ergreifen. Also sprichst du über Kommunikationsmuster, Bedürfnisse und die Anteile beider Personen.

Und trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl:

Behandle ich hier gerade wirklich beide fair – oder mache ich eine bestehende Ungleichheit unsichtbar?

Paartherapie findet nicht außerhalb gesellschaftlicher Verhältnisse statt. Geschlechterrollen, finanzielle Abhängigkeit, Care-Arbeit, Diskriminierung, Sozialisation und sexuelle Normen sitzen mit im Raum – auch wenn niemand sie ausdrücklich benennt.

Ein entscheidender Perspektivwechsel

Neutralität klingt fair und kann trotzdem den Status quo schützen

Wenn beide Personen formal gleich behandelt werden, obwohl sie nicht unter denselben Bedingungen leben, wird Ungleichheit schnell zu einem gemeinsamen Beziehungsproblem erklärt.

Aus ungleich verteilter Care-Arbeit wird dann ein Kommunikationsproblem. Aus sexueller Grenzüberschreitung werden unterschiedliche Bedürfnisse. Aus strategischer Inkompetenz wird ein Missverständnis. Aus finanzieller Abhängigkeit wird mangelnde Abgrenzung.

Das bedeutet nicht, dass eine Person immer recht hat oder nur eine Person Verantwortung trägt. Es bedeutet, dass therapeutische Einordnung mehr braucht als die Frage nach den Anteilen beider Seiten.

Feministische Paartherapie verteilt keine Schuld. Sie macht Bedingungen, Macht und Verantwortung sichtbar.

Sie fragt nicht nur, was zwischen zwei Menschen passiert, sondern auch, welche gesellschaftlichen Vorstellungen ihre Beziehung, ihre Konflikte und ihre Sexualität prägen.

Nach der Fachreihe kannst du …

Macht und strukturelle Ungleichheit in Paarbeziehungen erkennen und fachlich ansprechen
zwischen individuellen Beziehungsmustern und gesellschaftlich geprägten Dynamiken unterscheiden
Care-Arbeit, Mental Load und emotionale Verantwortungsarbeit konkret erfassen
Neutralität und Allparteilichkeit kritisch reflektieren und eine begründete therapeutische Haltung entwickeln
Konflikte um Haushalt, Elternschaft, Geld, Beruf und Verantwortung differenzierter bearbeiten
Lust, Unlust, sexuellen Druck, Grenzen und Konsens machtkritisch einordnen
stereotype Erklärungen über Frauen, Männer, Nähe und Sexualität vermeiden
Männer und andere privilegierte Personen in Verantwortung nehmen, ohne sie zu beschämen oder therapeutisch zu verlieren
Interventionen entwickeln, die nicht nur Kommunikation verbessern, sondern tatsächliche Veränderung ermöglichen
erkennen, wann Paartherapie an Grenzen kommt und Schutz, Einzelberatung oder eine andere Weitervermittlung notwendig ist

Deine Spezialisierung für die Praxis

Entwickle eine feministische und machtkritische Haltung, die in konkreten Sitzungen trägt

Diese Fachreihe verbindet feministische Theorie mit systemischer Paar- und Sexualtherapie, konkreter Fallarbeit und direkt einsetzbaren Interventionen.

Du bekommst keine Checkliste, mit der Frauen automatisch als benachteiligt und Männer automatisch als Täter eingeordnet werden. Du lernst genauer hinzusehen: Wer verfügt über welche Ressourcen? Wer passt sich an? Wer trägt welche Verantwortung? Wessen Bedürfnisse gelten als selbstverständlich? Wer muss erklären, erinnern oder Grenzen verteidigen?

Damit du nicht bei vermeintlich neutralen Kommunikationsübungen stehen bleibst, wenn ein Paar eigentlich über Macht, Verantwortung oder ungleiche Bedingungen sprechen muss.

10 Live-Termine für deine Spezialisierung

4

Fachmodule

Fundiertes Wissen zu feministischer Paartherapie, Macht, Care-Arbeit, Sexualität, Begehren, Grenzen und Konsens.
4

Praxiswerkstätten

Eigene Fälle, Reflexion der therapeutischen Haltung, Hypothesenbildung und konkrete Interventionen in einer kleinen Gruppe.
1

gemeinsamer Auftakt

Kennenlernen, fachliche Standortbestimmung und gemeinsamer Rahmen für die folgenden Monate.
1

exklusiver Expert:innenabend

Zusätzliche intersektionale Perspektive durch eine externe Expertin. Thema und Person werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Insgesamt: 10 Live-Termine · 24 Live-Stunden · 5–6 Monate

Die Inhalte der vier Fachmodule

01

Feministische Paartherapie und therapeutische Haltung

Warum Paartherapie nicht außerhalb gesellschaftlicher Machtverhältnisse stattfindet
Neutralität, Allparteilichkeit und die Frage, wessen Realität als normal gilt
Geschlecht, Sozialisation, Privilegien und strukturelle Ungleichheit
feministische, intersektionale und systemische Perspektiven verbinden
Verantwortung benennen, ohne vorschnell zu moralisieren oder zu beschämen
die eigene Position, blinde Flecken und Gegenübertragungen reflektieren
eine Haltung entwickeln, die Orientierung gibt und therapeutische Beziehung ermöglicht
02

Care-Arbeit, Mental Load und Verantwortung

sichtbare und unsichtbare Arbeit in Beziehungen erfassen
Mental Load, emotionale Arbeit und Beziehungsmanagement
strategische Inkompetenz, Delegation und das Problem des Erinnern-Müssens
Elternschaft, Erwerbsarbeit, finanzielle Ressourcen und Abhängigkeiten
unterschiedliche Standards oder ungleich verteilte Verantwortung
Konflikte um Haushalt und Care-Arbeit so bearbeiten, dass nicht erneut die belastete Person die Lösung organisieren muss
konkrete Interventionen für Verantwortungsübernahme und nachhaltige Veränderung
03

Sexualität, Begehren, Grenzen und Konsens

gesellschaftliche Vorstellungen darüber, wer Lust haben, initiieren oder verfügbar sein soll
Lust und Unlust im Kontext von Belastung, Ungleichheit und Beziehungsdynamik
sexueller Druck, Anspruchsdenken und die Folgen wiederholter Verhandlung
Konsens als fortlaufender Prozess und nicht als einmaliges Ja
Grenzen erkennen, kommunizieren und respektieren
Scham, Körpernormen, sexuelle Skripte und Leistungsanforderungen
stereotype Erklärungen über weibliche und männliche Sexualität kritisch prüfen
Sexualität bearbeiten, ohne ein Nein zum gemeinsamen Therapieproblem zu machen
04

Machtkritische Interventionen in der Paartherapie

Macht und Verantwortung klar ansprechen, ohne die therapeutische Beziehung abzubrechen
privilegierte Personen in Veränderung begleiten
Widerstand, Abwehr, Schuld und Scham therapeutisch bearbeiten
Konflikte deeskalieren, ohne strukturelle Aspekte zu entpolitisieren
Ressourcen, Handlungsspielräume und Sicherheit beider Personen berücksichtigen
Grenzen von Paartherapie bei Kontrolle, Gewalt, Angst oder fehlender Verantwortungsübernahme
Fallkonzeptionen und Interventionen feministisch, systemisch und praxisnah entwickeln

Von Haltung allein verändert sich noch keine Sitzung

Deshalb gehören vier Praxiswerkstätten fest zur Fachreihe.

Hier arbeitest du mit konkreten Fällen aus deiner Praxis. Wir schauen gemeinsam darauf, welche Machtverhältnisse, Rollenerwartungen und strukturellen Bedingungen im Fall relevant sein könnten. Wir prüfen deine Hypothesen und entwickeln Interventionen, mit denen du Verantwortung klar benennen kannst, ohne vorschnell zu vereinfachen.

Du lernst nicht nur, warum Paartherapie nicht neutral ist, sondern wie du diese Haltung in der nächsten Sitzung konkret umsetzt.

Die kleine Gruppe mit 8–12 Teilnehmer:innen schafft Raum für Fragen, Unsicherheiten, fachliche Kontroversen und persönliche Rückmeldungen.

Für wen ist die Fachreihe?

Die Fachreihe richtet sich an:

Paar- und Sexualtherapeut:innen
Psychotherapeut:innen
systemische Therapeut:innen und Berater:innen
psychosoziale Fachkräfte
weitere Fachpersonen, die therapeutisch oder beratend mit Einzelpersonen und Paaren arbeiten

Du brauchst keine feministische Vorbildung. Wichtig ist, dass du bereits therapeutisch oder beratend arbeitest und bereit bist, die eigene Haltung sowie vertraute Konzepte von Neutralität, Beziehung und Sexualität kritisch zu reflektieren.

Die Fachreihe ist eine berufsbegleitende Fortbildung und ersetzt keine vollständige Therapieausbildung.

Julia Henchen

Begleitung durch Julia Henchen

Fachwissen, Praxiserfahrung und eine klare feministische Haltung

Ich bin systemische Paartherapeutin und Sexualtherapeutin und beschäftige mich in meiner Praxis, meinen Fortbildungen und meinen Büchern mit den gesellschaftlichen Bedingungen von Beziehung und Sexualität.

Dabei geht es um Lust und Unlust genauso wie um Care-Arbeit, Mental Load, sexuelle Normen, Scham, Konsens und die Frage, warum sich Verantwortung in Beziehungen so häufig ungleich verteilt.

Ich arbeite evidenzbasiert, systemisch und mit einer feministischen und intersektionalen Perspektive. Feministische Paartherapie bedeutet für mich nicht, Menschen nach Geschlecht in feste Rollen einzuteilen. Sie bedeutet, Macht und gesellschaftliche Bedingungen mitzudenken, statt sie als rein private Paardynamik zu behandeln.

Neben meiner therapeutischen Arbeit bin ich Dozentin, Autorin und Host des Podcasts „Kopf aus – Lust an!“.

Qualifikationen: Systemische Paartherapeutin (DGSF, SG) und Sexualtherapeutin (IGST) · M.A. Psychosoziale Beratung und Gesundheitsförderung · B.A. Klinische Psychologie

Alle 10 Live-Termine auf einen Blick

TerminDatumUhrzeit
Auftakt­veranstaltungFr, 05.02.202709:00–11:00 Uhr
Fachmodul 1Fr, 26.02.202709:00–12:00 Uhr
Praxis­werkstatt 1Do, 11.03.202718:00–20:00 Uhr
Fachmodul 2Fr, 26.03.202709:00–12:00 Uhr
Praxis­werkstatt 2Do, 08.04.202718:00–20:00 Uhr
Fachmodul 3Fr, 21.05.202709:00–12:00 Uhr
Praxis­werkstatt 3Do, 03.06.202718:00–20:00 Uhr
Fachmodul 4Fr, 02.07.202709:00–12:00 Uhr
Praxis­werkstatt 4Do, 15.07.202718:00–20:00 Uhr
Expert:innen­abendDo, 05.08.202718:00–20:00 Uhr

Rahmen und Investition

Dein Platz in der Fachreihe

10 Live-Termine
24 Live-Stunden
5–6 Monate Laufzeit
online via Zoom
8–12 Teilnehmer:innen
Durchführung ab 8 Teilnehmer:innen
begleitende Arbeitsmaterialien
Teilnahmebescheinigung über Inhalte und Umfang
keine Aufzeichnungen
1.950 € inklusive MehrwertsteuerEinmalzahlung oder fünf monatliche Raten à 390 €.

Häufige Fragen

Werden die Termine aufgezeichnet?

Nein. Die Fachreihe lebt von vertraulicher Fallarbeit, offenen Diskussionen und persönlicher Reflexion. Deshalb stehen keine Aufzeichnungen zur Verfügung.

Was passiert, wenn ich an einem Termin nicht teilnehmen kann?

Du erhältst die begleitenden Arbeitsmaterialien des jeweiligen Termins. Die Live-Arbeit, Fallbesprechungen und der Austausch können dadurch jedoch nicht vollständig ersetzt werden.

Kann ich eigene Fälle einbringen?

Ja. Die vier Praxiswerkstätten sind ausdrücklich dafür vorgesehen. Fälle werden anonymisiert und in einem vertraulichen Rahmen besprochen.

Muss ich bereits viel über Feminismus wissen?

Nein. Wir entwickeln zu Beginn eine gemeinsame fachliche Grundlage. Wichtig sind Erfahrung in der therapeutischen oder beratenden Arbeit und die Bereitschaft, die eigene Haltung und bisherige Konzepte kritisch zu reflektieren.

Geht es in der Fachreihe nur um heterosexuelle Paare?

Nein. Feministische und intersektionale Paartherapie beschäftigt sich grundsätzlich mit Macht, Normen, Privilegien und Ungleichheit. Unterschiedliche Beziehungsformen, sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten werden mitgedacht.

Werden Männer in der Fachreihe grundsätzlich als Problem betrachtet?

Nein. Es geht nicht um pauschale Schuldzuweisungen. Es geht darum, Sozialisation, Privilegien, Verantwortung und konkrete Handlungen differenziert zu betrachten. Auch Männer profitieren davon, wenn starre Geschlechterrollen und einschränkende Beziehungserwartungen sichtbar und veränderbar werden.

Erhalte ich ein Zertifikat?

Du erhältst eine Teilnahmebescheinigung über die Inhalte und den zeitlichen Umfang der Fachreihe. Die Fachreihe ist eine berufsbegleitende Fortbildung und keine eigenständige Therapieausbildung.

Kann ich in Raten zahlen?

Ja. Du kannst den Gesamtbetrag von 1.950 € einmalig oder in fünf monatlichen Raten à 390 € zahlen.

Paartherapie ist nicht neutral. Deine Interventionen müssen es auch nicht sein.

Entwickle eine therapeutische Haltung, die Macht und Verantwortung sichtbar macht, ohne Menschen auf einfache Rollen zu reduzieren.

Lerne, Paare so zu begleiten, dass nicht nur besser kommuniziert wird, sondern tatsächliche Veränderung möglich wird.

10 Live-Termine · 24 Live-Stunden · 8–12 Teilnehmer:innen
1.950 € inklusive MehrwertsteuerEinmalzahlung oder fünf monatliche Raten à 390 €.

Anmeldung zur Fachreihe

Feministische Paar- und Sexualtherapie · Start am 5. Februar 2027

Anmeldungen Fachreihe „Feministische Paar- und Sexualtherapie“ (#24)
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